Aus der Herzfelder Kirchengeschichte
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Historie

 


vor 1. Jahrhundert

1. bis 19. Jahrhundert

1900 - 1950

1950 - 2000


786

Reise Idas und Egberts vom fränkischen Ripuarien in das Land der Sachsen. Nach Überquerung der Lippe rasten sie in Hirutveldun (Herzfeld). Ida erhält im Traumgesicht von einem Engel den Auftrag zum Kirchbau.

vor 790

Ida und Egbert lassen auf dem Gelände des Königshofes Herzfeld, der Ihnen von Karl dem Großen geschenkt worden war, eine Kirche aus behauenen Steinen errichten.

811

Tod Egberts. Bau eines Portikus über seinem Grab an der Südseite der Kirche.

4. Sept. 825

Sterbetag der hl. Ida. Ihr Grab wird zur ersten Wallfahrtsstätte Westfalens.

um 840

Herzog Liudolf von Sachsen, Enkel der hl. Ida, bestattet einen jung verstorbenen Sohn neben dem Ida-Grab. 852 gründen Liudolf und seine Frau Oda das Stift Gandersheim und schaffen damit auch eine neue Grablege für die Angehörigen ihrer Familie. Liudolfs Enkel Heinrich wird 919 zum ersten deutschen König gewählt.

898

Herzog Liudolfs Sohn übereignet Kirche und Königshof in Herzfeld dem Benediktinerkloster Werden a. d. Ruhr. Mönche dieses Klosters übernehmen von nun an das Herzfelder Pfarramt und fördern die Ida-Verehrung.

um 900

Errichtung eines Turmes an der Westseite der Kirche.

906

Brandschatzung und Plünderung der Kirche durch die Ungarn. In der Zeit danach wird von einem großen Zustrom der Wallfahrer berichtet.

Mittwoch,
26. Nov. 980

Heiligsprechung Idas. Ihre Gebeine werden in einen kostbaren Schrein gelegt.

13. Sept. 1024

“Fürstentag in Herzfeld”. Nach dem Tode Heinrichs II., des letzten sächsischen Kaisers, versammeln sich die sächsischen Fürsten mit Bischof Meinwerk von Paderborn am Grab der hl. Ida, der Stamm-Mutter des sächsischen Herrscherhauses.

um 1200

Wegen der Zunahme der Wallfahrten wird der Portikus ringsum erweitert.

13. Jahrhdt.

Neubau der Kirche im Übergangsstil

25. Febr. 1371

Wolf Heidenreich von Lüdinghausen, Pfarrer von Herzfeld und später Bischof von Münster, stiftet ein ewig brennendes Licht für den Ida-Schrein.

1445

“Soester Fehde”. Soester Truppen verfolgen das besiegte Heer des münsterschen Bischofs bis Herzfeld und “haben dort arg gehaust, geplündert, gesengt und Gefangene gemacht” (Schwarz: Chronik). Ihnen fiel auch der Ida-Schrein von 980 zum Opfer. In der Folgezeit ruhen die Gebeine der hl. Ida in einem hölzernen Behältnis.

um 1500

Erweiterung des Chores

um 1510

Ein neuer Ida-Schrein wird angefertigt.

1512

Zum ersten Mal wird eine “Idenrast” erwähnt.

1591

Spanische Truppen überfallen Herzfeld, vernichten die Kirchenregister und zerschlagen die Idenrast.

1621

“30-jähriger Krieg”. Christian von Braunschweig, der “Tolle Christian”, und seine Truppen verwüsten Herzfeld und die Ida-Kirche.

1634

“30-jähriger Krieg”. Hessische Truppen plündern die Kirche und zerschlagen die wiederhergestellte Idenrast. Bei diesen kriegerischen Überfällen wird auch der Ida-Schrein von 1510 zerstört. Eine hölzerne Lade, geschmückt mit den unversehrt gebliebenen Dachplatten des Schreins, nimmt die Gebeine Idas auf.

1673

Eine neue Idenrast wird aufgestellt.

1679

Papst Innozenz IX. gewährt einen zeitlich begrenzten Ablaß für alle, die am 4. September oder 26. November die Ida-Kirche besuchen, um die hl. Ida zu verehren.

1771

Papst Clemens XIV. erneuert den Ablaß von 1679.

1784

Wegen der steigenden Zahl der Pilger wird der Portikus aus dem 12. Jahrhundert abgerissen und durch einen wesentlich größeren Neubau ersetzt. Bisher wurde der Portikus im Volksmund “Prüsiken” genannt, jetzt “Ida-Kapelle”.

1802

Nach der Auflösung des Klosters Werden holt Anton Husemann, ein Bürger Herzfelds, das Hauptreliquiar der hl. Ida und die Idenvita des Mönches Uffing nach Herzfeld.

1805

Papst Pius VII. gewährt für alle Zeiten einen vollkommenen Ablaß den Gläubigen, die am 4. September oder am 26. November die hl. Ida in ihrer Kirche verehren.

1813

Am 12. Februar stirbt Severin Bertram, der letzte Benediktiner-Pfarrer von Herzfeld.

5. - 12. Sept. 1880

Die 900-Jahr-Feier der Heiligsprechung Idas wird glanzvoll begangen. Zum ersten Mal taucht der Plan auf, eine neue große Wallfahrtskirche der hl. Ida zu bauen.

1882

Zum Gedenken an die 900-Jahr-Feier wird ein neuer Ida-Schrein angefertigt unter Verwendung der Dachplatten vom Schrein des 16. Jahrhunderts.

26. Mai 1900

Beginn des Abbruchs der alten Kirche.

4. Sept. 1900

Erster Spatenstich zum Bau der neuen Kirche.

13. Mai 1903

Bischof Dingelstadt von Münster weiht die neue Ida-Kirche und -Kapelle.

6. - 13. Sept. 1925

1100-Jahr-Feier des Todes der hl. Ida mit dem Bischof von Münster, Johannes Poggenburg.

4. - 11. Sept. 1931

950-Jahr-Feier der Heiligsprechung Idas mit dem Bischof von Münster.

11. Sept. 1955

Der Bischof von Münster, Dr. Michael Keller, erhebt die hl. Ida zur Mitpatronin der Frauengemeinschaft im Bistum Münster.

1975 / 76

Bei Ausgrabungen in der Ida-Kirche werden Fundamentreste der ersten Kirche von 790, des Portikus von 811 und das leere Grab der hl. Ida gefunden. In der gleichen Zeit wird der Ida-Schrein von 1882 restauriert.

3. Sept. 1976

Am Vorabend des Ida-Tages kehrt der Ida-Schrein unter großer Beteiligung der Gemeinde in die erneuerte Kirche zurück.

1978 - 1980

Ausbau einer Krypta zur Erhaltung des Ida-Grabes und wichtiger Fundamentreste der Urkirche. Verbindung des Ida-Sarkophags und -Schreins mit dem Altar der Oberkirche.

31. Dez. 1979

Eröffnung des Jubiläumsjahres 1980 durch Regionalbischof und Kapitularvikar Dr. Reinhard Lettmann.

7. Sept. 1980

Der Erzbischof von Paderborn, Johannes Joachim Degenhardt, eröffnet mit einem festlichen Pontifikalamt die Ida-Woche, in der Tausende das Grab der hl. Ida besuchen. Die große Identracht des Schlußsonntags, an der eine unübersehbare Menschenmenge teilnimmt, wird zu einem bisher nicht erreichten Höhepunkt der Ida-Verehrung.

Mittwoch,
26. Nov. 1980

Tausend-Jahr-Feier der Heiligsprechung Idas. Der Bischof von Münster, Dr. Reinhard Lettmann, weiht den neuen Altar und die Grabstätte der hl. Ida.
Das Jubiläumsjahr 1980 bringt eine enorme Belebung der Ida-Wallfahrten, die auch in der Folgezeit anhält.

18.12.1980

Gründung des Frauenchores St. Ida Herzfeld als Nachfolge des früheren Kirchenchores

1986

1.200 jähriges Jubiläum der Gemeinde Herzfeld (s. anno 786) mit folgenden Höhepunkten:

31.05.1986

Uraufführung des historischen Spiels von der Ankunft Egberts und Idas in Herzfeld, in Szene gesetzt von Bernhard Lübbers, musikalisch gestaltet von Friedrich Balkenhol.

14.06.1986

Es erscheint das Buch “1.200 Jahre Herzfeld, eine Chronik der Vergangenheit und Gegenwart”, herausgegeben von Margret und Bernhard Lübbers.

14.-15.06.86

Jubiläumspfarrfest

29.06.1986

Weihe von Haus Idenrast, vormals Pastors Scheune, durch Regionalbischof Friedrich Ostermann. Auf der Galerie dieses Hauses wird eine Ida-Dokumentation mit Texten und Illustrationen von Dipl.-Ing. Eugen Dahlhoff wie ein aufgeschlagenes Bilderbuch der Geschichte Herzfelds angebracht. An die Einweihung erinnert eine Bronzetafel, ebenfalls von Eugen Dahlhoff gestaltet.

15.07.1987

Der Gemeinderat gibt dem Antrag der Fördergemeinschaft Herzfeld auf Zahlung eines Zuschusses für den Umbau der Reithalle Vogt an der Beckumer Strasse in ein Bürgerhaus statt. Festliche Einweihung im Jahre 1990.

Okt. 1989

Aufstellung des Gedenksteins mit Bronzeplatte auf der Nordseite der Kirche, ein Hinweis auf die historische Bedeutung des Kirchplatzes

1990

Fertigstellung des Pfarrzentrums im Verbund mit Haus Idenrast. Es ist ein Mittelpunkt des kirchlichen Lebens geschaffen mit Bücherei, Jugendräumen, Altenstube und vielen kulturellen Möglichkeiten. Gleichzeitig erfolgt die Wohnumfeldverbesserung für diesen Bereich mit Beteiligung der politischen Gemeinde.

12.05.1991

Segnung des neuen Kreuzweges und des Anton-Husemann Weges durch die Lippeaue durch Weihbischof Friedrich Ostermann. Zu diesem Anlaß erscheint die Festschrift von Pfarrer Cl. Hillmann “Unvergessliches Herzfeld”.

1992

Es beginnt die Außenrenovierung der St. Ida Pfarrkirche. Witterungs- und Umwelteinflüsse machen ein Auswechseln des Außenmauerwerks und der Fenstereinfassungen sowie das Einbringen eines Ringankers im oberen Mauerwerk erforderlich. Die Arbeiten ziehen sich über mehrere Bauabschnitte und Jahre hin und sollen zum 100 jährigen Bestehen des Kirchengebäudes im Jahre 2003 abgeschlossen sein.

16.06.1994

Mit einem Festakt im Bürgerhaus feiert die Gemeinde Lippetal ihr 25-jähriges Bestehen.

10.04.1995

Die katholische Landjugend Herzfeld errichtet in einer 72-Stundenaktion die “St. Anna- und Joachim - Kapelle” in Heckentrup. Die Einsegnung erfolgt am 02.04.1995 durch Weihbischof Friedrich Ostermann.

19.05.1995

Pfr. Hillmann gibt einen neuen Kirchenführer heraus: “Die Kirche und Grabstätte der hl. Ida von Herzfeld”.

06.06.1997

Feierliche Einweihung des wiederhergestellten Barockgartens von Schloß Hovestadt unter großer Beteiligung der Bevölkerung.

29.06.1997

Die St. Ida Gemeinde verabschiedet ihren erkrankten Pfarrer Clemens Hillmann, der mehr als 30 jahre in Herzfeld fruchtbar gewirkt hat. Hillmann hat neben vielen baulichen Maßnahmen (Bertgerus-Kindergarten, Krypta, Haus Idenrast, Kreuzweg - Grüner Weg, Pfarrzentrum) insbesondere die Verehrung der hl. Ida durch Wort und Schriften gefördert und die Wallfahrt zu ihrem Grab wieder belebt.

21.09.1997

Vikar Rolf Lohmann aus Hamm-Westtünnen, zuletzt in St. Johannes / St. Ludgerus Billerbeck, wird feierlich in das Amt als Pfarrer von St. Ida Herzfeld eingeführt.

04.09.1999 - 12.09.1999

Die diesjährige Ida - Woche steht unter dem Thema “Ida und Europa” zur Erinnerung an die bereits von Ida praktizierte europäische Völkerverständigung.

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