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Ein Stück Herzfelder Urgeschichte
Man fragt sich vielleicht, warum es am südöstlichen Rand von Herzfeld ein “Totenpättken” gibt. Wurden dort etwa die Toten von Herzfeld über diesen Weg zum alten Kirchhof getragen? Dann hätte man in den meisten Fällen einen unnötigen und weiten Umweg machen müssen. Was bedeutet also das Totenpättken?


Zunächst fällt auf, daß ein solcher Wege-Name fast nirgens mehr zu finden ist. Und wo man noch Totenwege kennt wie z. B. in Wormbach, der Urpfarre des Sauerlands, dort weiß man auch, daß sie germanisch-heidnischen Ursprungs sind. Auf solchen Wegen wurden die Toten oft von weit her zu einem bestimmten Ort getragen, der den Germanen als heilig galt: eine Anhöhe, ein Eichenhain, eine Quelle.

Auch das Totenpättken in Herzfeld ist mit Sicherheit der Rest eines uralten Totenweges, der aus dem Gebiet südlich der Lippe über die Furt im Südosten Herzfelds zu der Anhöhe führte, auf der Ida später die erste Kirche errichtete. Längst bevor ein christlicher Friedhof die Ida-Kirche umgab, befand sich dort eine Kultstätte der Germanen, wo sie ihre Toten bestatteten. Viele zuverlässige Indizien weisen darauf hin. Herzfeld ist z. B. wie Wormbach eine Urpfarre. Die ersten christlichen Kirchen in unserer Heimat wurden fast immer an früheren Kult-Orten der Germanen erbaut.

Blick auf den Kreuzweg

Vor einigen Jahren entdeckte man östlich von Hovestadt entlang der vom alten Hellweg zur Lippe führenden Strasse Spuren einer Siedlung aus der Jungsteinzeit. Bei den Ausgrabungen in unserer Kirche stieß man auf ungewöhnlich viele große Steine. Pfarrer Herold schreibt in seinem Buch über Herzfeld, daß noch zu Osthaus Zeiten (1656 - 1672) zahlreiche Findlinge im Pfarrhaus-Garten gelegen hätten. die nicht einmal von 10 Pferden hätten fortgezogen werden können. Die Menschen der Jungsteinzeit aber bestatteten ihre Toten in Steingräbern! - Leider haben die Archäologen nicht alle Gräber in unserer Kirche geöffnet. Trotzdem fanden sie die bearbeitete Hirnschale eines menschlichen Schädels - ein klarer Hinweis auf den heidnischen Brauch, bei Kultmählern solche Hirnschalen als Trinkgefäße zu benutzen. - Herzfeld kann auf eine uralte Geschichte zurückschauen. Das “Totenpättken” ist ein Beleg dafür

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